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TAGEHEFT
ZUM TAGEHEFT
In den Tageheften habe ich seit dem 1. Mai 2011 Tag für Tag festgehalten, was mir wichtig war - in einem oder mehreren Sätzen. Hier im Netz sind diese Texte seit April 2013 erschienen. Das erste Tageheft (2011-2012) ist 2016 als Buch erschienen, das zweite (2013-2014) 2017, das dritte (2015-2016) 2018, das vierte (2017-2018) 2019, das fünfte (2019-2020) 2021, das sechste (2021-2022) 2023, das siebte (2023-2024) 2025 (siehe unter AKTUELLES).
1. November 2025
Wer etwas für alle Menschen tun will, kann alle Menschen nur enttäuschen.
2. November 2025
Wer außer den multinationalen Kontingenten von Schleppern, Menschenhändlern und ihrem direkten politischen Hilfspersonal ist verantwortlich für tausende im Mittelmeer ertrunkene Flüchtlinge und für all jene, die in den Aufnahmeländern über die Klinge sprangen und oft noch vorher zum Messer griffen?
3. November 2025
Warum brandstiftet die AFD an den Dienstautos der Antifanta? Die Kriminalpolizei untersucht noch die Motive der noch nicht gefaßten Täter.
4. November 2025
Hatte Alexander Gauland in denen, die sich zu seiner Enttäuschung und Erbitterung von ihm abwandten, als er von der CDU aus zum Mitgründer der AFD wurde, wirklich Freunde? Oder war es nur das normale Verhalten normaler Opportunisten und Verräter?
5. November 2025
Ein Präsident, der das Volk aufhetzt gegen eine demokratische Partei und den antifantisch kostümierten neuen Straßennazis die Stichworte liefert, sollte umschulen.
6. November 2025
Das Gebrüll der Boykottierer von der „Antifa“, die mühsam von der Polizei zurückgehalten wurden, klang aus der Ferne wie „Sieg Heil“.
7. November 2025
Verbote verbieten sich in einer Demokratie. Hitler war durch kein Verbot zu verhindern, nur durch eine politische Alternative und durch Zerschlagung der NSDAP. Weit und breit ist kein neuer Hitler und keine neue nationalsozialistische Massenpartei in Sicht. Dennoch wollen die im alten Ungeiste marschierenden Kolonnen durch Verbote die Demokratie verschlimmbessern.
8. November 2025
Durch eine Mischung aus übermäßiger Unterdrückung, Zurückweichen und allgemeinem Versagen bereiten die Herrschenden ihren Höllensturz vor, siehe die Jahrzehnte in Frankreich vor 1789.
9. November 2025
Mein neunter November. Erstens Verzicht auf den Besuch von Schau- und Massenveranstaltungen, zweitens und wichtigstes: Alle Kraft auf das Werk.
10. November 2025
Wieviele Nazimörder erhielten einen Genickschuß, wieviele wurden inhaftiert, wieviele verloren Pensionen und Privilegien? Was wird mit denen geschehen, die in unseren modernisierten Zeiten für unvergleichliche Verbrechen verantwortlich sind?
11. November 2025
Was kann Hiob anderes versprechen als einen schlimmen Durchgang und die Hoffnung auf einen glücklichen Ausgang?
12. November 2025
Jeder Staat hat die Leitfiguren, die seine Epoche verkörpern und die er verdient. Im akuten deutschen Fall sind das für mich (nicht nach Machtfülle, sondern nach Repräsentativität ausgewählt) Fritzchen Merz, Claudia Roth, Saskia Esken, Marcel Beyer. Sie haben Anspruch auf Denkmäler aus hohler Weichplastik. An diesen werden die Hunde begeistert ihr Bein zum hündischen Gruß heben.
13. November 2025
Ein Wunsch an das Schicksal: Weder blöd noch linksliberal werden.
14. November 2025
Das ist der Mensch, wie er ist, in all seiner Dummheit, Gier und Bosheit: Mehr als die Hälfte der polnischen Bevölkerung fordert in chauvinistischem Wahn und unter Verdrängung der Nachkriegsverbrechen und der Annexionen mehr als eine Billion Euro an Reparationen von Deutschland.
15. November 2025
Das NEIN ist das wichtigste Menschenrecht.
16. November 2025
Manche toten Helden bewundert man, ohne sie für klug oder auch nur zurechnungsfähig zu halten.
17. November 2025
Es zeigt die Verkommenheit, Wirklichkeitsverleugnung, Geschichtsvergessenheit und Verbrechergesinnung von vielen im polnischen Staats-, Parteien- und Medienapparat, daß bei der Seligsprechung von fünfzehn 1945 im ostpreußischen Braunsberg verschleppten, mißhandelten, vergewaltigten und erschossenen deutschen Katharinenschwestern kein Wort darüber fiel, zu welchem Volk sie gehörten und welche Täter unter den den Besatzern und Befreiern folgenden Vertreibern in der Folge zu blutigen Händen kamen.
18. November 2025
Der Rassenhaß folgt dem Klassenhaß – zeitlich und in seinen Spuren, aber auch ursächlich. Neid und Raub müssen ausgerottet werden und nicht die Reichen.
19. November 2025
Waren die Wiedertäufer in Münster besser und humaner als ihre gegenreformatorischen Gegner, von denen sie öffentlich gefoltert, hingerichtet und in Käfigen an Sankt Lamberti hochgezogen wurden? In seinem als Meinungsfreiheit drapierten neuen Vernichtungswahn gegen das jüdische Israel steht das Oberverwaltungsgericht Münster in diesen moralisch-historischen Schuhen.
20. November 2025
Wie heruntergekommen muß ein Staat sein, der eine eroberte, gestohlene und geschändete fremde Stadt nach einem seiner feigesten Anführer, welcher stets kriecherisch seinem Bandenführer diente und folgte, benennt und es noch mit der Namensendung als eroberte Burg und Stadt brandmarkt! Es war die Chance da, diese Hauptstadt eines besonderen Landstreifens mit ihrem richtigen geschichtlichen Namen zu benennen – nicht nach den Königen, die sie einst besaßen, sondern nach den Königen des Geistes, die auf den Friedhöfen ihr Reich und ihr Anrecht nicht verloren haben und es nicht verloren geben konnten.
21. November 2025
UKRAINE EINS. Der russische Soldat, der in Mariupol niemals die Achtung gegenüber dem hoffnungslosen Mut und der Opferbereitschaft des feindlichen Asow-Regiments verloren hatte, ob es nun Faschisten waren oder nicht, nahm Haltung an in der Richtung, in der er im Donbass das Grab seines in ukrainischer Uniform gefallenen Freundes vermutete. Kurz genug, um sein Stillstehen als eine unvermeidliche Pause erscheinen zu lassen, nach der er langsam und vorsichtig weitermarschieren würde an der steilen Kante des Todes.
22. November 2025
UKRAINE ZWEI. Einen bereits im Ansatz verlorenen Krieg nicht zu beenden, ist ein Verbrechen am eigenen Volk. Das Abtreten des Absolutismus hat Möglichkeiten unmöglich gemacht, wie sie noch Friedrich der Große im Siebenjährigen Krieg hatte. Der Narr in diabolo Adolf Hitler hoffte vergebens bei Roosevelts Ableben auf eine geschichtliche Reprise.
23. November 2025
UKRAINE DREI. Auch die Anheizer können sich die Finger verbrennen und in den Flammen umkommen.
24. November 2025
UKRAINE VIER. Was vermögen denn die Zwerge, oft eher Statthalter des Oberherrn als Selbstbesitzer, vom Rand her – teils noch dazu in nächster Nähe des Brennpunkts – anderes zu tun, als zu kommentieren, haltlose Versprechen abzugeben, das von ihnen usurpierte Volksvermögen als verlorene Investition in eine Konkursmasse zu exportieren und so das allgemeine Elend zu potenzieren?
25. November 2025
UKRAINE FÜNF. Dumme Vorurteile sind durch Einzelfälle nicht zu widerlegen, erst recht nicht in den Köpfen der Dummen. Der Einzelfall einer sich selbst notgeil unablässig kriegerisch aufheizenden blonden Dame illustriert die auch einer Frau zugängliche dumm-blinde Bosheit, mehr nicht.
26. November 2025
UKRAINE SECHS. Wer einen Kontinent in Brand steckt, sollte die Folgen kennen. Vielleicht wird ein anderer, besserer Gerichtshof ihn anklagen, auch wenn da wenig Hoffnung ist auf erstens einen Prozeß, zweitens ein faires Verfahren und drittens ein friedensstiftendes, von einseitiger Begünstigung freies Urteil. Selbst der Captain Ernest Lou Medina, der 1968 in Vietnam die C Company in My Lai befehligte und sie morden ließ, wurde freigesprochen, lediglich um die weitere Militärkarriere gebracht und zu einer Industriekarriere herabgestuft. Während der ihm unterstellte Zugführer William Calley zu lebenslänglicher Haft verurteilt war und immerhin drei Jahre im Gefängnis und dreieinhalb im Hausarrest verbringen mußte, stiegen Medina und er nicht in den von Pete Seeger besungenen Letzten Zug nach Nürnberg.
„Last train to Nuremberg! / Last train to Nuremberg! / Last train to Nuremberg! / All on board!“ „Do I see Lieutenant Calley? / Do I see Captain Medina? / Do I see Gen'ral Koster and all his crew? / Do I see President Nixon? / Do I see both houses of Congress? / Do I see the voters, me and you?“ „Who held the rifle? / Who gave the orders? / Who planned the campaign to lay waste the land? / Who manufactured the bullet? / Who paid the taxes? / Tell me, is that blood upon my hands?“
27. November 2025
UKRAINE SIEBEN. Manchmal muß man begeisterte bis fanatisierte Kämpfernaturen zwingen, durch Kapitulation sich und andere zu retten, ehe sie entweder im Blut ersaufen oder an Schreibtischen der Hauptquartiere bis aufs Skelett vertrocknen.
28. November 2025
UKRAINE ACHT. Die nahezu gewichtlosen Hohlkörper wollen Druck erzeugen.
29. November 2025
UKRAINE NEUN. Die roten Linien, hinter denen sie verrecken werden, sind rot vom Blut der Gefallenen.
30. November 2025
UKRAINE ZEHN. Nicht nur auf der Bahn ist der Rangierbahnhof meist ein menschenleerer Platz. Die Puffer und die Prellböcke kriegen dort am meisten ab.
1. Oktober 2025
Zu diskriminieren, zwischen den Menschen um uns herum und zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, ist eine existentielle Notwendigkeit.
2. Oktober 2025
Sollen die Kriminalautoren wegen Beihilfe oder Anstiftung zum Mord angeklagt werden?
3. Oktober 2025
Nur der hat ein Recht auf Selbstverteidigung, der sich dieses Recht nimmt.
4. Oktober 2025
Die Strafe der Geschichte dafür, daß begrenzte Opfer nicht erbracht wurden, ist oft genug die totale Niederlage.
5. Oktober 2025
Wir haben vergessen, daß letztlich wie an der neuen Grenze in Nordamerika jeder einzelne Lebensraum nur mit der Waffe in der Hand gesichert werden kann. In Ausnahmefällen genügen Verhandlungen oder andere haben es für uns blutig dargestellt.
6. Oktober 2025
Ob Rache, Revanche oder Strafe: Immer entsteht neuer Schmerz, und immer darf man nicht zögern, ihn zuzulassen und zu verantworten.
7. Oktober 2025
Der Terrorismus ist ein gesellschaftlicher Krebs, der nur vollständig zu heilen ist durch seine komplette Beseitigung.
8. Oktober 2025
Es ist die Aufgabe des Politikers, das durchzusetzen, was für sein Land langfristig gut ist. Sich hinwegzusetzen über die Wünsche Außenstehender ist dabei unumgänglich.
9. Oktober 2025
Donald Trump ist nicht der König von Deutschland. Was er tut, tut er für Amerika und für seine eigenen Interessen. Für uns kann er in der Regel nur indirekt etwas tun, meist durch Unterlassen und durch ein so entstehendes Öffnen von Spielräumen.
10. Oktober 2025
Man sehnt sich nach einem spontanen, unüberlegten Eintreten eines Politikers für einen Einzelnen – und sei es so schräg wie 1938 Heinrich Himmlers Verteidigung des längst abtrünnigen Gottfried Benn, gegen den ein Hetzartikel in der SS-Zeitung „Das Schwarze Korps“ erschienen war.
11. Oktober 2025
Das Interesse der Viren ist nicht die Beseitigung der Krankheit.
12. Oktober 2025
„Alles klar“, sagen sie, nehmen den Befehl entgegen und warten, was geschehen wird.
13. Oktober 2025
Läßt sich eine pöbelhaftere Warenmarke denken als POLO SYLT?
14. Oktober 2025
Welch ein Elend: Ein schwaches Weib wird von der noch untertriebenen Beschreibung des Elends mitten ins Herz getroffen. Leider nicht tief und wirksam genug.
15. Oktober 2025
Wie schwierig es ist, Dankbarkeit zu erhalten für eine aufrüttelnde Ruhestörung. Das Dilemma ist, daß allenfalls miserable Kunst das Einschlafen erleichtert.
16. Oktober 2025
Die obdachlosen Mörder ihrer Kinder, diese traurigen Gestalten, die lebenslänglich nicht einmal mehr betteln müssen. Erst wenn sie alle anderen entschuldigen, von denen sie jemals verletzt worden sein könnten, erst wenn sie die komplette Schuld an ihrer Lage sich und nur sich aufladen, sind sie den ersten Schritt vorwärts gegangen.
17. Oktober 2025
Das Gesindel wird nicht klüger, aber dafür frecher: Die Nachrichtensprecherin sagt nach launigen Bemerkungen über Halloween am Vorabend des 31. Oktober 2025: „Ach, das war früher Reformationstag, aber das lassen wir jetzt mal.“
18. Oktober 2025
Wer angesagte Bücher lesen will, der will Ansagen bekommen, was er zu tun hat.
19. Oktober 2025
Was nützt es dem Leser, wenn am Anfang ein dissonanter DISCLAIMER warnt, was alles droht? Entweder er liest das Buch nicht, dann ist diese Warnung für ihn bedeutungslos, oder er liest es und dann muß er tot oder lebendig durch den Schattenwald hindurch. Nur eine generelle Warnung kann ich ausgeben: Für Mutlose und für emotional Behinderte schreibe ich nicht.
20. Oktober 2025
Es liegt in der Entwicklungslinie staatlicher Übergriffigkeit, daß zukünftig im Verkehrsministerium ein Staatssekretariat für Geschlechtsverkehr eingerichtet wird.
21. Oktober 2025
Vor nahezu ewigen Zeiten, als es noch eine Sittenpolizei gab, sagte mir ein Streifenpolizist: „Die Sitte ist Sauerei“. Das Reinigungspersonal arbeitet immer mitten im Schmutz.
22. Oktober 2025
Der Rosenzüchter bemerkt die Kratzer an seinen Händen nicht.
23. Oktober 2025
Bis kurz vor deinem Ertrinken kannst du dem zu helfen versuchen, der unterzugehen droht. Bis kurz davor, keine Sekunde länger.
24. Oktober 2025
Abstinenzler ohne Suchterkrankung und andere Idioten.
25. Oktober 2025
Sich an einem Tag zu erfreuen, setzt voraus: Wir können vergessen, daß es sich nur um einen Tag handelt.
26. Oktober 2025
Es sind zwei glückliche Zugänge ins Leben möglich: Unter einer hellen Sonne beginnend, geliebt von Eltern, die Boden unter den Füßen haben, oder furchtlos werdend, wie Robert Rauschenberg von sich sagte, weil man aus dem Weißen Müll hervorgeht.
27. Oktober 2025
Die Vergangenheit, dies verschwindende Land. Ist es gewesen?
28. Oktober 2025
Nur noch Erinnerungen? Hungerödeme werden folgen.
29. Oktober 2025
Aus der Mode geraten, vergessen worden – der natürliche Gang der Dinge. Das versteht sich von selbst und ist kaum wert, erwähnt zu werden.
30. Oktober 2025
Ihre Pflicht zu tun gelingt selbst den Hunden, aber sie begeistern sich für ihren Genuß.
31. Oktober 2025
Was soll man von dem Drittel des Volkes halten, das seine Abschaffung befürwortet und diesen Selbstmord für hochmoralisch hält?
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