Rolf Stolz     · · ·     Literatur und Photographie

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TAGEHEFT

ZUM TAGEHEFT
In den Tageheften habe ich seit dem 1. Mai 2011 Tag für Tag festgehalten, was mir wichtig war - in einem oder mehreren Sätzen. Hier im Netz sind diese Texte seit April 2013 erschienen. Das erste Tageheft (2011-2012) ist 2016 als Buch erschienen, das zweite (2013-2014) 2017, das dritte (2015-2016) 2018, das vierte (2017-2018) 2019, das fünfte (2019-2020) 2021, das sechste (2021-2022) 2023, das siebte (2023-2024) 2025 (siehe unter AKTUELLES).

1. März 2025
Wie sollte ich an Gerechtigkeit glauben, wenn ich meine eigene Bilanz ziehe? Glück in der Liebe, nach Irrungen und Wirrungen nicht unverdient, ein begrenztes, aber befriedigendes Glück in materiellen Dingen. Andererseits in einer NEO-DDR nach mehr als fünfzig Jahren und rund fünfzig guten und zum Teil exzellenten Büchern und trotz Widerhalls bei bedeutenden Autoren immer noch keine freie Bahn und kein Aufwachen unter den Stummen.

2. März 2025
Werden sie einst von mir begütigend sagen wie vom alten Zuck, daß auch ich in wendigen Zeiten lebte?

3. März 2025
Dem, der Worte gewaltsam ändern will, rutscht die vergebliche Wirklichkeit zwischen den Fingern durch.

4. März 2025
Unter dem Kimono bleibt ihr, die ihr wart.

5. März 2025
Bekommt der für sich stehende Baum mehr Regen, als er in der Waldgemeinschaft erhielte? Jedenfalls mehr Wind und Sturm.

6. März 2025
Der zu spät vor der Flut warnende Landrat: Ein hilfloses Opfer des Klimawandels.

7. März 2025
Wir streiten noch auf dem Weg nach Alcatraz ab, daß wir dorthin unterwegs sind.

8. März 2025
Der durch Berufsverfehlung gescheiterte bornierte Hobbyhysteriker Moshe Zimmermann sollte bei seinen Leisten bleiben. Wer sehr böse ist, möchte der verkommenen landesverräterischen israelischen Pseudolinken Besuch von den Hamas-Terroristen anempfehlen. Die sind zwar kriegerischer als der fahnenflüchtige Oberste SS-Führer es im April 1945 war, aber irgendwer wird es schon überleben.

9. März 2025
Lieber als „Islamhasser“ beschimpft werden, als angepriesen sein als Beschöniger und Steigbügelhalter der Islamisierung Europas.

10. März 2025
Wie soll der weltweite Krieg gegen den islamistischen Terror gewonnen werden ohne Einführung eines Kriegsrechts, das die Willkür bei der Verfolgung und Unterdrückung eingrenzt, aber unablässig die Gewalttäter unschädlich macht?

11. März 2025
Härte gegenüber Schwachen ist unnötiger Unsinn.

12. März 2025
Macht euch keine falschen Hoffnungen und Illusionen: Der Kampf gegen die Woken ist ein Vernichtungskampf, der nur mit der kompromißlosen politischen Ausschaltung der einen oder der anderen Seite enden kann – man sollte hoffen, ohne Tote.

13. März 2025
Gegenüber den hauptamtlichen Ideologen der Kriegshetzer-Parteien bevorzuge ich vernünftige Geschäftsleute, die im Frieden auch ihren persönlichen Vorteil sehen. Menschen, wie Jared Kushner – modern orthodox jüdisch, der Familie, in die er eingeheiratet hat, fest verbunden, wagemutig und unbeirrbar.

14. März 2025
Spätestens nach dem Löschen des Feuers ist das Ausschalten der Brandstifter erforderlich.

15. März 2025
Haben wir Recht, üben wir Gerechtigkeit? Das sind wichtige Fragen, denen wir nicht ausweichen sollten. Und dennoch werden wir in der akuten Situation uns das Recht zusprechen müssen, zu handeln wie wir handeln, selbst wenn wir das Falsche tun.

16. März 2025
Wer in den Garten über einen Zaun einsteigt, sollte sich nicht über die zerrissene Hose beschweren. Wer danach ins Haus einbricht, sollte sich nicht beklagen, wenn er in angenommener Notwehr erschossen wird.

17. März 2025
Man muß als Kind auf der Straße ein paar von anderen Kindern um die Ohren und auf die Backe kriegen, um den Wert des Lebens und des Kämpfens zu begreifen.

18. März 2025
Weil jeder im Grunde allein ist, kann man ihn auch einmal allein zurücklassen.

19. März 2025
Wer unbedingt andere Menschen braucht, offenbart einen Persönlichkeitsdefekt.

20. März 2025
Wissensfrage: Nennen Sie eine Invasion, bei der nicht auf die Eindringlinge geschossen wurde aus rechtzeitiger Notwehr – und nicht etwa aus Sadismus und aus der berühmten gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit.

21. März 2025
Die Normalophoben gegen die Homophoben, die Islamophoben gegen die Normalophoben und so weiter. Heillos.

22. März 2025
Was soll man von einem Politiker sagen, der es vom Fondsmanager und verhinderten Dorfbürgermeister weit nach oben gebracht hat, und seinem bislang eher noch vorbereitend-virtuellen Kriegsgegner erklärt, dieser habe „vielleicht noch einen Rest von Anstand“? Hat er selbst noch einen Rest von Anstand, noch einen Rest von Intelligenz oder auch nur Bauernschläue? Offenkundig will er den Krieg gegen eine viel größere Macht, offenkundig will er riskieren, daß ihm der vernünftigere Teil der eigenen Leute, die nicht um jeden Preis ins Feuer wollen, die Kriegsfackel aus der Hand schlägt und ihn abserviert in die hintere Bank.

23. März 2025
Wir sind für die Einsamkeit und für das Ertragen der Gemeinschaft gemacht.

24. März 2025
Wer sich in den Untergrund flüchtet, ohne es zu müssen, um sich dort zu etablieren, ist selbst schuld an seiner Lage. Allein die niedrige Deckenhöhe spricht gegen diesen Zufluchtsort.

25. März 2025
Die radikalen Politiker haben alle Hände zu tun, um sich die Illusion zu erhalten, sie täten alles gegen sich und alles für das Volk.

26. März 2025
Am Ende zählt, was gewirkt hat. Ob es auf einer Illusion oder einer Lüge beruht oder nicht, ist weniger bedeutsam.

27. März 2025
Das einzige, was eine Frau ihrem Mann wegnehmen darf, ist, wenn sie mutig genug ist, seine Pistole bei einem Selbstmordversuch.

28. März 2025
„Ich vergesse mich“ ist eine kluge Beschreibung einer Konstellation, in der jemand gegen seine eigenen Interessen handelt.

29. März 2025
Schutzlose Menschen zu schützen ist nur dem möglich, der sich selbst schützt.

30. März 2025
„In die stolze Reihe der abgelehnten oder verbotenen Schriftsteller eingegliedert“ (Dieter Wellershoff). Die Ablehner sollten mit ihrem Begründungstext ans Licht gezerrt werden.

31. März 2025
Du kannst mit allem rechnen, nur nicht mit dir selbst.

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