Rolf Stolz     · · ·     Literatur und Photographie

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TAGEHEFT

ZUM TAGEHEFT
In den Tageheften habe ich seit dem 1. Mai 2011 Tag für Tag festgehalten, was mir wichtig war - in einem oder mehreren Sätzen. Hier im Netz sind diese Texte seit April 2013 erschienen. Das erste Tageheft (2011-2012) ist 2016 als Buch erschienen, das zweite (2013-2014) 2017, das dritte (2015-2016) 2018 (siehe unter AKTUELLES).

31. Januar 2018
Existiert etwas Böses ohne vorherige Erbitterung und Verbitterung?

30. Januar 2018
Wann begann die Bewegung gegen das Absterben?

29. Januar 2018
Grau näher am Tod als Schwarz.

28. Januar 2018
Wer WIR sagt betrügt.

27. Januar 2018
Für sich geschrieben oder gemalt oder komponiert als ein unsichtbares Zeichen eines absoluten Einzelfalls.

26. Januar 2018
Alle daran zu erinnern, wie oft sie schon an Mord gedacht haben, ist eine der Aufgaben der Literatur. Das umfassende WHO WILL DO IT.

25. Januar 2018
Die Strafe ist das gute Recht des Bestraften. Er hat einen Anspruch auf die ihn erziehende Antwort.

24. Januar 2018
Niemals, und lebte einer hundert Jahre, könnte er aufschreiben, was er erfahren und erlebt hatte.

23. Januar 2018
Sie behaupten, aufzugeben sei uns aufgegeben.

22. Januar 2018
Staatskirchler und Kirchenstaatler einerseits, antichristlicher Mob andererseits - was ist verheerender?

21. Januar 2018
Der Geistlosigkeit zu folgen, ist nicht allein moralisch verwerflich, es ist auch letztlich unmöglich, denn die wohlanständigen etablierten Barbaren sind im Grunde unfähig zu folgerichtigem Verhalten, zu Vernunft und Logik.

20. Januar 2018
Wenn es einen Geist der Zeit git, sollte man ihm folgen. Wenn.

19. Januar 2018
Zu einer Minderheit zu gehören bedeutet, zu einer Minderheit zu gehören. Nullkommanichts mehr, keinerlei Verdienst durch Geburt oder durch Leistung.

18. Januar 2018
Sollten die Verbände der christlichen Algerier und Marokkaner wie der in Algerien lebenden Algerienfranzosen sich empören über die Meldung, sehr viele der Taschendiebe in Deutschland kämen aus Algerien und Marokko? Immer sind unsere Aussagen ungenau und vereinnahmen davon betroffene Unschuldige. Würden wir aber darauf verzichten, aus den Fällen Kategorien zu bilden, würden wir die Schuldigen freisprechen und die Opfer totschweigen.

16. Januar 2018
Traum ist an den Übergängen, Traum ist Übergang: Die schwarzhaarige Frau, die blond ist und zu einem Priester wird und einer Katze, die die Messe hält.

15. Januar 2018
Das Denken ist eine Waffe für die, die hinlänglich über andere Waffen nachgedacht haben.

14. Januar 2018
Das ist die Mission: Aus einem umrissenen, geschützten Réduit heraus Menschen jenseits der eigenen Bastion gewinnen, ohne den Sirenentönen zu erliegen, die für Selbstauflösung und Abbau der Schutzmauern plädieren.

13. Januar 2018
Die erste Befreiung ist immer die von den lebensgefährlichen unbeirrbaren Feinden im eigenen Lager.

12. Januar 2018
Die Indianer des südlichen Nordamerika wehrten erfolgreich das Vordringen der Maya, der Azteken, der Inka ab bzw. diese verzichteten von selbst auf mögliche Siege. Immer aber folgten andere, oft aus anderen Himmelsrichtungen und vielleicht wären die Wikinger, hätten die Eskimos sie nicht erledigt, vom Norden weiter bis ans Karibische Meer marschiert. Wie ephemer der Streit der sechziger und siebziger Jahre in den USA um Bürgerrechte erscheint angesichts so vieler neuer Herausforderungen.

11. Januar 2018
Freue dich, daß du lange über deine unausgesprochenen Worte nachdenken konntest.

10. Januar 2018
Die schwärzesten Sätze bleiben im Dunkel.

9. Januar 2018
Hat uns die Not zusammengehalten? Sie hat jedenfalls den Zusammenhalt entschieden gestärkt.

8. Januar 2018
Das Leben geht weiter. Das Leben der anderen. Der Tod geht ihnen nahe, ihnen.

7. Januar 2018
Mißtrauen ist notwendig gegenüber der Begeisterung über Millionen Ermordete, die sich zu Literatur nachverwerten lassen.

6. Januar 2018
Sich an einem Unsinn abgearbeitet zu haben (etwa an Adornos Schwachsinn in Sachen Nach-Auschwitz-Gedichten) ist kein Verdienst, sondern eine Blamage avant la première lettre.

5. Januar 2018
"Ich halte die Liebe für unbezahlbar," sagte der Mann, der die Hure um ihren Lohn betrog.

4. Januar 2018
Die Marktverseuchung der Literatur, ihr Bedeutungs- und Resonanzverlust sollte kein Anlaß zu Klagen, sondern nur zu gleichgültigem Hohngelächter sein.

3. Januar 2018
Die Auguren sehen immer da einen Trend, wo ein Fisch derselben Art vor ihren Augen vorbeischwimmt.

2. Januar 2018
In der Regel sind die Opportunisten, die sich auf den Machtwechsel vorbereiten oder ihn zumindest einkalkulieren, humaner als die Fanatiker, die von der Ewigkeit ihres Sieges überzeugt sind oder kurz vor der Niederlage noch Gefährten mitnehmen wollen in ihren Untergang.

1. Januar 2018
Daß das Publikum den es aufweckenden Rippenstoß braucht, gilt weiterhin.


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