Rolf Stolz     · · ·     Literatur und Photographie

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TAGEHEFT

ZUM TAGEHEFT
In den Tageheften habe ich seit dem 1. Mai 2011 Tag für Tag festgehalten, was mir wichtig war - in einem oder mehreren Sätzen. Hier im Netz sind diese Texte seit April 2013 erschienen. Das erste Tageheft (2011-2012) ist 2016 als Buch erschienen, das zweite (2013-2014) 2017, das dritte (2015-2016) 2018 (siehe unter AKTUELLES).

28. Februar 2018
Jede kriminelle Vereinigung wird auch einige im einzelnen legitime Interessen verfolgen.

27. Februar 2018
In Schach halten: Ohne Bedrohung der zentralen Existenz, ohne Eliminierung der Nebenleute?

26. Februar 2018
Wenn sich Menschen zusammentun, ist die Unmöglichkeit gemeinschaftlicher Verbrechen beseitigt.

25. Februar 2018
Wurde der Islam vor Wien gehindert, Europa die Weisheit zu bringen?

24. Februar 2018
Um aufzustehen muß man erst einmal unten aufschlagen.

23. Februar 2018
Ist nicht die Rache unsere Selbstbestrafung für unsere eigene Schuld, zumindest für die Kuxe an dem Unternehmen?

22. Februar 2018
Magister Leggewie fühlt sich diskriminiert. Er verschweigt den, der ihn diskriminiert, ihn vollkommen unterscheidet von allen Bekennern und Suchern der Wahrheit: Den großen Claus höchstpersönlich. Er ist und bleibt eben ein miserabler Schüler.

21. Februar 2018
Den Punkt, den er zufällig erreichte, nannte er sein Lebensziel.

20. Februar 2018
Ein Blatt Papier, fast wortlos, wird wertvoll durch das, was auf ihm geschrieben wurde. Aber das Geschriebene muß etwas wert sein, nicht die Folie.

19. Februar 2018
Jedes ausgesprochene Wort ist angreifbar, ist eine Einladung zum Zurückschlagen.

18. Februar 2018
Er sagte „meine Welt“ und meinte in Wirklichkeit seine mit ihm verschwindenden Wahrnehmungsverengungen und –defekte.

17. Februar 2018
Der Nachteil der elektronischen Gerätschaften: Ihre Bestimmtheit, ihre Unpersönlichkeit. Die Bezeichnung „mein Smartphone“ ist jenseits des Juristischen sinnlos.

16. Februar 2018
Frieden entsteht aus zwanzig Prozent Erschöpfung, zehn Prozent Friedenswillen, zwanzig Prozent Eitelkeit und Angabe, dreißig Prozent verborgener Schwäche, zwanzig Prozent ungeklärten Resten.

15. Februar 2018
Ein Staat, der seine Bürger machen läßt, was sie immer schon wollten, kann sie vor niemandem schützen, auch nicht vor den Mitbürgern.

14. Februar 2018
Der Bewaffnete ist nur bewaffnet zu bezwingen. Der Erkrankte, der den steinigen Weg zu seiner Wiederherstellung verweigert, muß gewaltsam in die Isolationsbaracke gebracht werden. Hier zu zögern, heißt schuldig zu werden auch an ihm.

13. Februar 2018
Angesichts der Ungleichheit der Menschen ist eine Gleichheit in der Verteilung eine monströse Ungerechtigkeit.

12. Februar 2018
Sind wir weitergekommen als die Vorsokratiker? Immer noch stellen wir ihre Fragen nach dem Anfang, nach den Gründen von allem und unsere Antworten sind genauso provisorisch und fraglich wie die ihren.

11. Februar 2018
Die von Gott und allen guten Geistern verlassenen traurigen Tröpfe im Nachtrab der Märtyrer der Glaubensleugnung, die Hohepriester der infama ignorantia um Michel Schmalz-Schmalomohn geifern gegen die christlichen Kirchen, von denen sie sich gekreuzigt fühlen. Sie plakatieren dies zum Jahrestag des Charlie-Hebdo-Massakers. Anscheinend hat der Papst damals befohlen, in Paris im Namen des Islams zu morden.

10. Februar 2018
Ein Fragezeichen reicht oft als Erschütterung.

9. Februar 2018
Wie kann man Menschen zwingen, mächtig zu werden? Wie kann man denen die Macht nehmen, die nichts haben außer ihrer Macht?

8. Februar 2018
Ein Amerikaner, der inmitten des Messetrubels auf der Rolltreppe vor sich hin singt, leise und melodisch. Immer noch die Einsamkeit und Verlorenheit der wenigen Eroberer in einem weiten unbekannten Land, die sich Mut zusingen und sich aufrichten an traurigen Versprechungen, die die unbesitzbare Größe des Raums mittragen in unser kleines, zerschnittenes Territorium mit zu vielen Menschen - relativ zu den vorhandenen Möglichkeiten, bei sich zu sein und sich auszubreiten in Entfaltungen.

7. Februar 2018
Die Voraussetzungen des Siegens speisen sich zu achtzig Prozent aus dem erfolgreichen Vermeiden des Kampfes und nur zu zwanzig Prozent aus einem erfolgreichen Bestehen von Kämpfen.

6. Februar 2018
Sie, die ihre Sprache und ihre Lieder aufgeben für fremde Laute und vermischtes Stammeln, werden auch ihr Land ohne nennenswerten Widerstand fortgeben. Die Lemminge strömen zum Meer.

5. Februar 2018
Mit Begeisterung freuen sich die Fortschrittsgläubigen darauf, daß ihre Autos ferngesteuert werden und sie als befreite Mitreisende während der rasanten Fahrt Aufbruchsprogramme und andere Verheißungen lesen können. Sie bemerken nicht, daß man auch sie vollständig steuern wird und längst mit den elementaren Vorleistungen dafür begonnen hat.

4. Februar 2018
Menschen, denen die Kunst nichts bedeutet, sollte man die Gelegenheit geben, zu spenden, bis sie schwarz sind. Man sollte ihnen diese Inanspruchnahme ihrer finanziellen Produktivität versüßen mit der Aussicht auf ein anhaltendes Erinnern an ihre freudige Spende.

3. Februar 2018
Für ein Theater, eine Oper oder ein Museum, die erfolgreich liquidiert wurden, erübrigen sich weitere Zahlungen. Fundus und Gebäude können in Ertrag verwandelt werden. Die Freigesetzten sind frei und bleiben es voraussichtlich auch. Welch ein lockender Gewinn!

2. Februar 2018
Nirgendwo mehr Raum als in der Leere und der Unbeschriebenheit.

1. Februar 2018
Wenn dich auf einem Wanderweg in Deutschland ein bärtiger Mützenträger mit "FRIEDEN" begrüßt, mußt du dich nicht angegriffen fühlen. Wird es noch genauso sein, wenn ein solcher Mann "SALAM" zu dir sagt?


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