Rolf Stolz     · · ·     Literatur und Photographie

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TAGEHEFT

ZUM TAGEHEFT
In den Tageheften habe ich seit dem 1. Mai 2011 Tag für Tag festgehalten, was mir wichtig war - in einem oder mehreren Sätzen. Hier im Netz sind diese Texte seit April 2013 erschienen. Das erste Tageheft (2011-2012) ist 2016 als Buch erschienen, das zweite (2013-2014) 2017 (siehe unter BÜCHER).

30. April 2017
Zu einem Unumstrittenen erübrigt sich jeder Kommentar.

29. April 2017
Ein fragwürdiger Autor: Einer, der würdig ist, daß man ihn und nach ihm fragt.

28. April 2017
So lieben es die Kleinkünstler: Zuerst der Beifall, danach erst ihre mikroskopische Kunst.

27. April 2017
Ein Land, in dem Menschen und ihre Überzeugungen verschwiegen werden und in dem es nicht ohne Angst möglich ist, eine womöglich falsche und womöglich unsinnige Sichtweise zu äußern, ist ein unfreies Land.

26. April 2017
Man weiß mit Gewißheit, daß Brüderlichkeit eine Sache des Glaubens ist.

25. April 2017
Die Stimme Gottes in dir ist DEINE Stimme, aber das ist deine einzige Wahlmöglichkeit, wenn du sprechen und hören willst.

24. April 2017
Ein Heil in den Scherben?

23. April 2017
Wer im Profanen niemals mehr als das Profane sieht, wie soll der einen Trost finden?

22. April 2017
Wir verdanken es dem Gesetz, daß wir rebellieren. Wir verdanken es dem Gesetz, daß wir meist nicht bis zur Revolution gelangen.

21. April 2017
Die Hoffnung bei den ersten Schritten ist Hoffnung auf die nächsten Schritte. Bei den letzten bleibt nur ein Hoffen auf den jenseitigen Raum.

20. April 2017
Jede Staats- oder Gesellschaftsform ist für eine gewisse Zahl von Bürgern mörderisch – treibt sie in Verzweiflung bis zum Selbstmord oder läßt sie unmittelbar über die Klinge springen.

19. April 2017
Die Hunde glauben, daß die Menschen sie dafür beneiden, keine Schuhe anziehen zu müssen.

18. April 2017
Jeder steht an seinem Platz so lange, wie er ihn behaupten kann. Man kann kritisieren, WIE er ihn behauptet – DASS er ihn behaupten will, wird nur der angreifen, der ihn von seinem Platz vertreiben will.

17. April 2017
Die Hirnlosen wundern sich, daß die Kinder der Vertriebenen die Furcht empfinden, daß statt neuen Freunden zukünftige Vertreiber kommen.

16. April 2017
Die Gewöhnung der Hunde an Befehle, ihre zumindest zeitweise Begeisterung für das Erfüllen von Befehlen.

15. April 2017
Wie soll man die angekündigte „sicherheitspolitische Unterstützung“ für einen Unterdrücker und Aggressor nennen?

14. April 2017
Wer seine Wunden vorzeigt, will die der anderen im Dunkel verschwinden lassen.

13. April 2017
Menschen, die sich aufwendig verpacken, kennen ihren eigenen Wert nach Abzug der Attribute.

12. April 2017
Die Tat und die Strafe sind aufeinander bezogene Zeichen, die nur in dieser Gleichung Gültigkeit beanspruchen können.

11. April 2017
Die Lust am Mord und die damit verkoppelte Lust am Risiko zu vermindern – das könnte vielleicht die Raten der Vorfälle senken.

10. April 2017
Wenn sich jemand bei dir darüber beklagt, der Weg sei lang, frage ihn, ob er zu den promenierenden Spaziergängern gehört und ob er schon die Fesseln um seine Füße gelöst hat.

9. April 2017
Wer Lektüren verbietet, wer Gespräche verbietet, der will seinem Opfer das Denken verbieten. Denken aber ist doch das Atmen des Geistes. Es bleibt die Wahl zwischen Ersticken und Notwehr.

8. April 2017
Warum lesen so wenige und noch weniger schreiben? Angesichts all der Unfähigen und Minderbegabten unter den mehr oder weniger amateurhaften Autoren kommt eine Einsicht in einen Mangel an Befähigung nur bei wenigen ins Spiel. Eher scheint die Abstinenz in Angst vor Abgründen und Abstürzen zu gründen.

7. April 2017
Gelegentlich, sehr selten, hören Sie, wie einer laut über sich lacht und auf Beifall wartet. Niemals werden Sie erleben, daß jemand über seine eigenen Fehler und Schwächen leise und kritisch lacht, nur für den Eigengebrauch bestimmt.

6. April 2017
Ist es noch dein eigener Kopf, wenn du ihn zur Verfügung stellst, bist du dann noch du selbst?

5. April 2017
Wir sind wir. Das ist das Problem.

4. April 2017
Eine schwere bewältigte Zeit ist für uns besser als eine komfortable, der wir nicht gewachsen waren.

3. April 2017
In der Tat, nicht immer hat die Mehrheit unrecht.

2. April 2017
In persönlichen Fragen ist es das Beste, sich selbst die Stimme zu geben. Auf dem Forum ergibt das nichts als die Lächerlichkeit eines selbst gespielten Wunschkonzerts, dessen Solist der einzige Mitwirkende und der einzige Zuschauer ist.

1. April 2017
Die unüberwindliche Differenz zwischen den Traumbesessenen und den Traumvergessenen: Die Fanatiker des möglicherweise Wirklichen und die des wirklich Möglichen.


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